Daniela Seidler – Team Lichtblick – Freie Schule NOK

Meine Motivation mich der Schulgründungsinitiative anzuschließen

In meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stelle ich immer wieder fest, dass ein enormer Druck auf den Kindern lastet. Es wird versucht, Kinder zu erziehen, ihnen etwas beizubringen, anstatt das zu nutzen, was da ist und was die Kinder von sich aus mitbringen: Begeisterung, Kreativität, Freude, Neugier, Lebenslust und eine gute Verbindung zu sich selbst.

Wie muss Schule sein, dass die natürliche Neugier und Motivation und die Verbindung zu sich selbst erhalten bleibt?

Wir möchten einen Raum schaffen, in dem Entwicklung stattfinden kann, mit allem was dazugehört und in dem jeder auf seine eigene Art und mit seinem Tempo willkommen ist und geschätzt wird. Indem die Kinder sich selbst kennenlernen können und ihren eigenen Weg gehen, so dass sie am Ende der Schulzeit wissen, das bin ich, das kann ich und da will ich hin. Die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen und die volle Verantwortung dafür zu übernehmen ist eine der größen Kompetenzen für ein zufriedenes, glückliches Leben.

Was Pflichten in Schulen hingegen häufig verursachen

Bei kleinen Kindern kann man beobachten, dass sie durch stetes Wiederholen lernen, so lange, bis sie „satt“ sind, so lange, bis sich die Abläufe eingeprägt haben, jedes in seinem Tempo. In der Schule wird dieses Tempo plötzlich von außen bestimmt. Stellen Sie sich vor, Sie interessieren sich gerade für eine Sprache, sie sind hoch motiviert, z.B. Englisch zu lernen, sie haben erste Erfolgserlebnisse und sind neugierig und gespannt. Sie möchten sich gerne in das Thema vertiefen, doch da rufen noch andere Pflichten. Sie sollen jetzt das Einmaleins lernen und zwei Stunden später die Hauptstädte der BRD. Englisch ist erst morgen wieder vorgesehen. Wie fühlt sich das an?

Denken Sie doch mal an Ihre Schulzeit zurück und fragen sich, wie müsste Schule aussehen, dass ich mich dort rundum wohlfühlen könnte?

Wir lernen immer und überall, zu jeder Zeit, ob wir es bewusst wahrnehmen oder nicht. Wenn die Lerninhalte mit Erfahrungen verknüpft werden, bleiben sie im ganzen Körper gespeichert. Wir lernen nicht nur mit dem Gehirn, sondern unser ganzer Körper lernt mit. Unbewussst werden viele Dinge gespeichert, Geräusche, Gerüche, Gefühle, Geschmack, Tastsinn, Bewegungsabläufe… Wie können wir für die Kinder einen Raum schaffen, in dem sie Lernerfahrungen sammeln können, in dem sie „mit dem ganzen Körper lernen können“, in dem sie sich und die Konsequenzen ihres Tuns erfahren können, in dem sie wachsen können, in ihrem Tempo. Wie können wir die natürliche Neugier und Begeisterung der Kinder erhalten?

Daniela Seidler